Der Plan steht. Die Entscheidung ist gefallen. Wie baue ich? Man könnte natürlich einfach einen fertigen NAS-Kasten kaufen, Festplatten reinwerfen und hoffen. Aber wir sind hier ja nicht beim Discounter, sondern im Maschinenraum. Deshalb verfolge ich eine strikte Strategie: Die Trennung von „Heiß“ und „Kalt“.

Die Strategie: Rennwagen vs. Lastesel

Ein Server muss zwei Dinge können:

  1. Rasend schnell reagieren (Apps, Datenbanken, KI).
  2. Unmengen an Daten sicher lagern (Filme, Fotos, Backups).

Beides auf einer Festplatte? Keine gute Idee. Deshalb teile ich das Gehirn meiner Black Box auf.

1. Der Turbolader (Hot Data): 2 TB NVMe SSD Hier liegt alles, was Feuer braucht.

  • Zorin OS & Casa OS: Damit das System nicht in Minuten, sondern in Sekunden bootet.
  • Immich Datenbank: Wer will schon warten, bis die Vorschaubilder der 10.000 Urlaubsfotos laden? Eben. Die SSD sorgt für butterweiches Scrollen.
  • Ollama KI-Modelle: Damit meine lokale KI nicht stottert, wenn sie denkt.

2. Das Datengrab (Cold Data): 2x 4 TB Ironwolf HDDs Hier liegen die Datenmassen, auf die ich nicht im Millisekundentakt zugreifen muss, die aber sicher verwahrt werden sollen.

  • Meine Filmsammlung für Jellyfin.
  • Die hochauflösenden Original-Fotos.
  • Backups von allem anderen.

Die Hardware-Liste (Budget & Leistung)

Damit das Ganze nicht nur schnell, sondern auch effizient (und bezahlbar) bleibt, habe ich folgende Komponenten gewählt. Ziel: Maximale Leistung pro Euro.

  • Das Herz (CPU): Intel Core i3-12100. Warum der? Wegen der QuickSync-Grafikeinheit. Wenn ich unterwegs einen Film über Jellyfin streame, rechnet dieser kleine Prozessor das Video live um, ohne ins Schwitzen zu kommen. Preis-Leistungs-Sieger!
  • Das Skelett (Mainboard): MSI B760M GAMING PLUS WIFI Motherboard, mATX. Schnörkellos, aber es hat den entscheidenden M.2-Slot für meine schnelle SSD und genug Anschlüsse für die großen Festplatten. Dann noch LAN mit 2,5 GBit/s!
  • Das Kurzzeitgedächtnis (RAM): Crucial DDR5 RAM 16GB Kit (2x8GB). Genug Platz für Docker-Container, und wenn der Hunger wächst, stecke ich einfach einen dritten und vierten dazu.
  • Die Hülle (Gehäuse): Thermaltake Versa H15. Ein schlichtes Micro-ATX Gehäuse. Luftig, funktional, schwarz. Passt.
  • Der Strom (Netzteil): be quiet! System Power 11 550W Netzteil Leise und zuverlässig. Niemand will ein billiges Netzteil, das beim ersten Gewitter den Server grillt.

Wie geht es weiter?

Die Bestellung ist quasi raus. Sobald der Postbote klingelt und mir den Stapel Kartons in die Hand drückt, wird die Kamera laufen. Ich werde den Zusammenbau filmen – inklusive aller Flüche, falls eine Schraube runterfällt, und dem triumphalen Moment, wenn die Lüfter zum ersten Mal anspringen.

Der Ausblick: Phase 2 (Heavy Metal für die KI)

Das hier ist erst der Anfang. Das System ist so ausgelegt, dass es mit meinen Ansprüchen wächst. Sobald das Basissystem stabil läuft, zünde ich die nächste Stufe: Es wird eine Nvidia RTX 5060 Ti mit 16 GB VRAM nachgerüstet. Warum genau die? Weil lokale Künstliche Intelligenz (LLMs) VRAM zum Frühstück isst. Mit dieser Karte wird die „Black Box“ dann endgültig vom Datenspeicher zum Hochleistungs-Gehirn, das eigene Texte generiert und Bilder analysiert – völlig offline.

Bleibt dran!